Christine in ihrem Zimmer im Lorrainehof

Ein schwerer Start ins Leben

Ein neuer Lebensabschnitt

Nach ihrer Flucht kehrte Elisabeth in die Schweiz zurück. Kaum Verwandtschaft, keine sozialen Kontakte, eine unbekannte Kultur – hier fühlte sie sich nicht wohl. Jung und lebenslustig zog sie weiter und fand ihr Glück in Übersee. Sie gründete eine Familie und genoss ihr Leben in vollen Zügen. Nach vielen Jahren beendete ein drastischer Einschnitt diese Lebensphase. Nur in Besitz des Schweizer Passes, war sie gezwungen in die Schweiz zurückzukehren. Getrennt von ihrer Familie, konfrontiert mit einer ihr fremden Gesellschaftsform und einem komplett anderen Lebensstil, trat die Einsamkeit ein zweites Mal in das Leben von Elisabeth und blieb.

Bei allen Widrigkeiten in ihrem Leben, konnte Christine immer auf ihre Familie zählen. Die Krankheit der Mutter und der eigene Zusammenbruch trafen sie hart. Eines Tages versagte Christines Körper. Sie brach auf offener Strasse zusammen und konnte nicht mehr gehen. Wie sie nach Hause kam, weiss sie nicht mehr. Ab dann war ihr Leben ein anderes. Es war ihr nicht mehr möglich, ihr Leben allein zu bewältigen. Dann starb ihre Mutter. Ein schwerer Verlust für die Familie. Christine versank in eine tiefe Depression. Sie wollte keinen Menschen mehr sehen und haderte mit ihrem Leben. Wieder überwand sie die schwierige Zeit durch die Unterstützung ihrer Geschwister und ihres Vaters.

Leben im Lorrainehof

Die Ankunft im Lorrainehof gestaltete sich für Elisabeth wie für Christine schwierig. Zwar fanden beide schnell den Kontakt zu den Mitarbeitenden, den zu den anderen Bewohnenden jedoch nicht. Elisabeth vermisst zudem schmerzlich den regelmässigen Kontakt zu ihren Kindern und Enkeln. Durch die Zeitverschiebung ist telefonieren nicht immer möglich und die hohen Reisekosten verhindern Besuche. Auch hat sie sich nach wie vor nicht richtig eingelebt in der Schweiz. «Da mir die Gesellschaft hier fremd ist, bin ich wieder isoliert», stellt sie fest.

Auch für Christine ist es beinahe unmöglich, sich mit den Bewohnerinnen und Bewohnern anzufreunden. Nach ihrer Ankunft im Lorrainehof, hoffte sie jemanden zu finden, der sie zum Beispiel mal auf einen Kaffeeplausch begleitet. Doch bei manchen sind die eigenen Qualen und Probleme zu gross. Christine zieht viel Kraft aus dem täglichen Austausch mit ihrer Familie sowie aus der Liebe und der Unterstützung, die sie erlebt. Dennoch hält auch sie fest: «Es gab Zeiten, da habe ich die Einsamkeit kaum ausgehalten.»

«Gott gibt uns die Kraft weiterzumachen.»

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Lorrainehof – Wohnen und Pflege

Ein Zuhause, wenn selbständig leben nicht mehr möglich ist.

Leben im Lorrainehof

Viele Bewohnerinnen und Bewohner des Lorrainehofs tragen einen schweren Rucksack mit sich. Manche ziehen sich aus Scham über das eigene Unvermögen selbständig zurechtzukommen zurück oder ertragen die Konfrontation mit den Leiden der anderen Bewohnenden nicht. Diesen Menschen bieten wir ein Zuhause und Gemeinschaft.

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