Elyn arbeitet fleissig an den Hausaufgaben.

«Als mein Vater starb, brach das bescheidene, aber stabile Einkommen der Familie weg. Danach mussten wir noch härter arbeiten. Es war schwer, über die Runden zu kommen. Schliesslich musste ich die Schule verlassen, um zum Familieneinkommen beizutragen. Ich sammelte verwertbaren Abfall oder alles, was sich wiederverkaufen oder in Almosen ummünzen liess. So verdiente ich rund 30-50 philippinische Peso pro Tag (ca. 55-95 Rappen). Nur so konnten wir uns die nötigsten Lebensmittel und Alltagsprodukte kaufen. Das Essen war immer knapp. Wir konnten uns oft nur magere Mahlzeiten leisten, meistens assen wir einfach nur Reis mit Soyasauce. Ich habe sieben Geschwister, meine Mutter musste also acht Kinder allein grossziehen. Dies bedeutet, jeden Tag acht hungrige Mäuler zu versorgen. Wir mussten als Familie das Bestmögliche aus dem Geld herausholen. Es war für uns alle eine sehr harte Erfahrung.

Bildung, Essen, Hoffnung

Eines Tages erzählte eine Sozialarbeiterin meiner Mutter vom Kinderheim «Joyville» der Heilsarmee in Tanay. Das Heim ermöglicht Kindern aus armen Familien eine Ausbildung und bietet ihnen ein sicheres und lernförderndes Umfeld. Meine Mutter erkannte, dass das eine Möglichkeit für mich ist, eine Ausbildung abzuschliessen und einer Zukunft in Armut zu entfliehen. Zusätzlich würde ich nicht jeden Tag Hunger leiden. Also bat meine Mutter schweren Herzens die Sozialarbeiter, abzuklären, ob es bei der Heilsarmee noch Platz für mich und eines meiner Geschwister hat. Und tatsächlich: «Joyville» verfügte noch über zwei freie Plätze und wir wurden aufgenommen. Dies entlastete meine Mutter stark. So konnte sie besser für das Überleben der Familie sorgen und sie hatte zum ersten Mal Hoffnung, dass einige ihrer Kinder der Armutsfalle entweichen können.

Als ich mit meiner Schwester ins Kinderheim kam, erschlossen sich uns zahlreiche neue Möglichkeiten. Wir konnten wieder zur Schule, hatten ausreichend gesundes Essen und bekamen saubere Kleidung.

Elyn

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Kinderheim halfen mir, meine Werte zu erkennen und zu entwickeln. Je nach Kalenderjahr waren zwischen 10 und 20 Kinder im Heim. Das Gelände ist von einer hohen Mauer umgeben, die uns Sicherheit bietet. Es hat auch einen kleinen, sehr hübschen Garten, den wir zum Spielen oder Meditieren nutzen können. Zudem lernte ich soziale Umgangsformen und Fähigkeiten: zum Beispiel wie ich mit anderen Kindern und Personen in Kontakt treten kann. Ich bin sehr glücklich und dankbar!

«Das Kinderheim sicherte mir eine Zukunft.»

Nun hat sich die finanzielle Situation meiner Familie gebessert. Dies ist auch der Heilsarmee zu verdanken, da meine Mutter öfters arbeiten und ein neues Haus für die ganze Familie bauen konnte. Finanziell stehen wir zwar immer noch knapp da. Nach fast zehn Jahren im Kinderheim konnte ich mit einem erfolgreichen Schulabschluss im Gepäck zu meiner Mutter zurückkehren! Dank der Heilsarmee kann ich meine Ausbildung weiter vorantreiben, denn sie unterstützen mich weiterhin finanziell. Nun habe ich ein Studium begonnen und kann mich darauf konzentrieren, ohne ständig Sorgen zu haben. Letztes Jahr hatte ich einen der besten Notendurchschnitte meiner Klasse.

Ich wünsche mir nichts mehr, als mein Studium erfolgreich zu beenden und Sozialarbeiterin zu werden. Darum bin ich den Menschen, die das Kinderheim und mich unterstützen, so dankbar! Obwohl die Spenderinnen und Spender mich nicht persönlich kennen, hören sie nicht auf, mich und andere Kinder zu fördern. Die Spenderinnen und Spendern sowie die Heilsarmee sichern mir so eine Zukunft!»

Das Kinderheim «Joyville» der Heilsarmee

Gewalt, Misshandlung, Hunger und Armut ist für viele Kinder auf den Philippinen eine Gefahr oder die tragische Realität. In Familien, die von Armut und Perspektivlosigkeit betroffen sind, kann es auch aufgrund der wirtschaftlichen Situation immer wieder zu Spannungen kommen. Betroffen sind insbesondere die Kinder. Den Familien fehlt das Geld, ihre Kinder zur Schule schicken zu können.

Finanzielle Not und Sorgen belasten die Eltern sehr. Alkoholkonsum und Gewalt gegenüber den Kindern können die Folge davon sein. Genau vor diesen Gefahren und Tatsachen will die Heilsarmee mit der Einrichtung «Joyville» Kinder bewahren und ihnen helfen, diesen Qualen zu entkommen und stattdessen sie und ihre Familien zu stärken. Dort finden auch Kinder, die verlassen, vernachlässigt oder missbraucht wurden, eine Zuflucht.

Das Kinderheim bietet eine schützende und entwicklungsfreudige Umgebung, wo sie sich wohl und geborgen fühlen. Die Kinder erhalten gute Kleidung, drei warme Mahlzeiten pro Tag und können die Schule besuchen. Das Kinderheim stärkt ihr Selbstwertgefühl, ihr Selbstvertrauen und ihre Rechte und bringt ihnen wichtige Fähigkeiten fürs Leben bei. Gleichzeitig arbeitet «Joyville» auch mit den Familien und den Gemeinden zusammen, um die Wiedereingliederung der Kinder in die Familien zu ermöglichen.

Insbesondere arbeitet die lokale Heilsarmee mit den Familien in Bereichen wie Kinderbetreuung, Erziehungsfragen und -fertigkeiten oder nachhaltigem Lebensunterhalt für die ganze Familie zusammen. Auch die umliegenden Gemeinden werden bezüglich Kinderbetreuung und Rechte der Kinder aufgeklärt. Dies geschieht anhand Sensibilisierungsmassnahmen vonseiten «Joyvilles», bei welchen die Kinder selbst auch Kampagnen mitgestalten.

Ich will helfen

Die Organisationseinheit „Internationale Entwicklung“ der Stiftung Heilsarmee Schweiz setzt Hilfsprojekte für Menschen in Not um. Ihr Geld ist bei der Heilsarmee in guten Händen – und kommt dort an, wo Sie helfen wollen.

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In über 15 Ländern helfen unsere Projekte über 300 000 Menschen, ihre Lebensumstände zu verbessern. Durch die weltweite Tätigkeit der Heilsarmee können wir auf ein starkes Netzwerk in unseren Partnerländern vertrauen. Danke für Ihre Spende!